Vorbereitung

Da in den letzten Jahren etliche Expeditionen gerettet werden mussten und die Versicherungen nicht für die Rettungsaktionen aufgekommen sind, fordert die grönländische Regierung mittlerweile eine Bankgarantie, bevor eine Genehmigung erteilt wird. Zudem wurden die Versicherungssummen derart erhöht, dass die meisten Versicherungen nicht bezahlbar sind. Weitere Voraussetzungen sind u.a. das Mitführen eines Notsenders, eines Satellitentelefons und eines GPS-Gerätes.

Banale Kleinigkeiten, wie z.B. der Transport der schweren Ausrüstung oder die Organisation des täglichen Essens werden zu einem kleinen Projekt für sich. Was und wie viel wird gegessen? Bei einer Durchquerung des grönländischen Inlandeises verbraucht der Körper bis zu 7000 Kalorien am Tag. Diesen Kalorienbedarf tagtäglich zu decken ist nahezu unmöglich. Der Körper greift seine Reserven an – Muskeln und Fett.

Deshalb sind die Voraussetzungen für den Erfolg der Expedition nicht nur die Abwicklung der administrativen Aufgaben, sondern auch eine optimale physische und psychische Vorbereitung. Auch wenn man sich als sportlich aktiv einschätzt, ist ein gezieltes Konditionstraining von mindestens 9 – 12 Monaten erforderlich. In dieser Zeit sollte ca. 6 Monate vor Beginn der Expedition ein spezielles Pulka-Training erfolgen. Das Zerren der ca. 80 – 100 kg schweren Schlitten am Körper kann zu Hause am besten durch das Ziehen von Autoreifen simuliert werden. Dieses Projekt in Angriff zu nehmen bedeutet durchschnittlich jeden Tag einen Halbmarathon unter extremen Bedingungen auf dem Eis zurückzulegen.

Bei Sturm und extremer Kälte in lebensfeindlicher Umgebung im Zelt festzusitzen bzw. wenn möglich zu gehen erfordert mentale Stärke und unbedingte Willenskraft. Szenarien, welche eintreten können, müssen im Voraus besprochen und diskutiert werden.